Rückbau von Kernkraftwerken

Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung im Nuklearbereich ist Heitkamp eine der ersten Adressen beim sicheren Rückbau von Kernkraftwerken.

Im Rahmen der sogenannten „Energiewende“ hat die Bundesregierung im März 2011 beschlossen, aus der Kernenergie auszusteigen. Die bestehenden Kernkraftwerke müssen nach den Vorgaben spätestens Ende 2022 vom Netz.

Der Rückbau eines Kernkraftwerkes ist ein komplexer Vorgang und dauert zehn Jahre oder mehr. Die Stilllegung kann in mehrere Phasen unterteilt werden, für die gesonderte Genehmigungen einzuholen sind. Während eines Teils der Rückbauphasen werden einige betriebliche Systeme weiter benötigt, z. B. Lüftungs- und Filteranlagen, Strom- und Wasserversorgung, Hebezeuge zur Handhabung größerer Anlagenteile, Umgebungsüberwachung, Wasseraufbereitung und Abfallbehandlung. Bei der Reihenfolge der Arbeitsschritte spielen insbesondere der Reaktortyp und die räumlichen Gegebenheiten eine Rolle.

Der direkte Rückbau eines Kraftwerks gliedert sich in der Regel in 5 Phasen:

  • Phase 1: Abbau von für den Restbetrieb der Anlage nicht mehr benötigten Anlagenteilen, Vorbereitung weiterer Rückbauschritte, Schaffung nötiger Infrastruktur
  • Phase 2: Abbau der Großkomponenten im Reaktor-Sicherheitsbehälter, insbesondere der Dampferzeuger
  • Phase 3: Abbau des Reaktordruckbehälters (mit Deckel), der Kerneinbauten, des Biologischen Schilds sowie anderer Systeme und Komponenten
  • Phase 4: Abbau der restlichen kontaminierten Anlagenteile, Nachweis der Kontaminationsfreiheit, Entlassung der verbleibenden Strukturen aus der atomrechtlichen Überwachung
  • Phase 5: Konventioneller Abbruch der Gebäude

Der Rückbau von Kernkraftwerken und anderen kerntechnischen Anlagen ist für Heitkamp kein Neuland mehr. Wir sind seit langem intensiv mit dem Rückbau von Kernkraftwerken befasst.

Kernkraftwerk Stade

Am Beispiel des KKW Stade wurden von uns technische Konzepte für den Rückbau des Brennelementelagerbeckens untersucht. Diese Untersuchungen umfassten

  • Abbau der Beckenkrone
  • Separation metallischer Werkstoffe
  • Erzeugung Bauschutt
  • Ausbau von Rohrleitungen
  • Abbau der Liner
  • Abbau Füllbeton Beckenboden
  • Verpackung von radioaktiven Material

Der allergrößte Teil der beim Rückbau anfallenden Reststoffe (Metallschrott und Bauschutt) kann wiederverwertet und dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden oder konventionell deponiert werden. Die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle werden zwischengelagert, bis ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland zur Verfügung steht.

Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich

Für den Rückbau des KKW Mühlheim-Kärlich haben wir folgende technische Lösungen entwickelt.

  • Rückbau und Zerlegung von Deckenriegeln
  • Betonschneidearbeiten an Wandbereichen
  • Dekontaminationsschutz

Die Ingenieure von Heitkamp werden sich auch in Zukunft mit der Thematik des Rückbaues von Kernkraftwerken beschäftigen und technische Konzepte hierfür entwickeln und realisieren.